Direktvermarkter der Region

Hofsteige Metzingen

Genuss am Ursprung

Die Kulturlandschaft der mittleren Schwäbischen Alb ist auf den Hochflächen und in den Talauen geprägt von der Arbeit der Bauern. Die Schäferei ist ein Teil dieser Kultur. Inzwischen sind aber auch Alpacas heimisch. Das Berufsbild des Imkers wird vor allem bei Jüngeren und Frauen immer beliebter. Vor dem Hintergrund des Artensterbens und der Frage nach dem Wie und Warum.

Obst ist ist ein zentrales Thema. Die Vielfalt der noch handgemachten Produkte reicht von der Marmelade über edle Brände und Liköre, Most und Mostbesen, spritzigem Secco, der Knorpelkirsche und uralten, wiederentdeckten Apfelsorten bis zum fruchtigen Lautertal-Eis. Im Hintergrund immer ein Hand- und Küchenwerk mit Tradition. Herstellung und Geschmack sind authentisch. Landschaft und Charakter passen wunderbar zueinander. Ein beliebtes Thema zum Fachsimpeln, bei dem sich die Alb genussvoll entdecken lässt.

Kinder-Hof- und Tiere sind eine unzertrennliche Einheit. Viele der Albhöfe werden im Mehrgenerationen-Betrieb bewirtschaftet. Wertschöpfung und Nachhaltigkeit, von konventionell über Bio bis zu Demeter-Qualität sind eng mit der Struktur der Alb verbunden.

Von der Schnecke über Ziegenkäse und Stutenmilch bis zu fangfrischem Fisch und Wildprodukten aus der heimischen Jagd gedeiht hier alles in bester Qualität.

Das typische Landbrot von der Alb erzählt Geschichten von einfachen Verhältnissen und ehrlichen Lebensmitteln – nahe am Ursprung. Sie werden wiederentdeckt. Eine neue Generation Albbäcker hat sich auf die Suche nach dem Einfachen gemacht: Nur Mehl, Wasser und Salz. Auch die aufwändige Arbeit in den Dorfbackhäusern erfährt eine liebevolle Rennaissance. Speziell im Herbst kann man sich – in guten Zeiten – von Dorffest zu Hühlehock durchschlemmen und dabei Spezialrezepte vergleichen, für Dünnele, Laugenweck oder Zwiebelkuchen.

Hausmacherwurst, saure Kutteln, Geräuchertes, Eingelegtes oder knackige Feldfrüchte der Saison werden in Hofläden, auf Wochenmärkten und vielfach in der Gastronomie angeboten. Ein Probiererle lohnt sich. Die zugrundeliegenden Rezepte stammen oft noch aus Großmutters Schublade und sind mit viel Kenntnis veredelt. Eine Prise Alb mit dem Augenzwinkern einer Blumenwiese an plätscherndem Quellwasser und saftigem Eichengrün.

Seltene Rinderrassen wie Angus fühlen sich im rauen Klima der Alb wohl. Das hochwertige Fleisch wird von Landmetzgereien verarbeitet und angeboten. Einen eigenen Hofladen mit Produkten vom Angusrind findet sich bei der Samariterstiftung oben auf Schloss Grafeneck bei Gomadingen.

Die Biolandhöfe und Läden der Bruderhaus Diakonie nehmen als Erzeuger in der Region eine Sonderstellung ein. Es sind Integrationsprojekte für Menschen mit Behinderungen. Nicht selten gibt es hier den direkten Kontakt zu Tieren. Etwa auf dem Biolandhof Bleiche zwischen Bad Urach und Dettingen/Erms. Je nach Saison bietet der Hofladen ein reichhaltiges Sortiment an Gemüse- und Obstsorten an, eigene Kartoffeln, Fleischwaren, Eier und Milchprodukte, dazu Bauernbrot und Kleinbackwaren, Speiseöle und Essig, Apfelsaft, Wein sowie ein großes Sortiment an Trockenobst. Im Streichelzoo auf dem Hof weiden Schafe, Ziegen, Kühe, Esel und es gibt einen Kinderspielplatz.

Die landwirtschaftlichen Betriebe der Bruderhaus-Diakonie am Gaisbühl in Reutlingen (Foto unten) und auf der „Bleiche“ in Bad Urach (Foto oben) sind ein Einkaufserlebnis für die ganze Familie.

Der Linsenberghof in Bad Urach-Hengen hat sich auf Spanferkel aus eigener Produktion für Events spezialisiert. Manuel Straßer in Dettingen an der Erms verkauft frisches Obst der Saison von den Streuobstwiesen im Ermstal, deren Säfte, hochwertige Edelbrände und hausgemachte Liköre.

Elisabeth Engst auf dem Altschulzenhof in Hayingen-Münzdorf betreibt eine Hofkäserei. Im eigenen Hofladen gibt es neben Käse, Butter, Naturjoghurt, Frischkäse, Molke, Hausmacher Müsli und Apfelsaft auch leckere selbstgemachte Marmelade.

Eine Spezialitäten, die auch in der heimischen Gastronomie hochwillkommen ist, sind die die Champignons aus der Zucht von Frank Geiselhart in Hayingen-Ehestetten. Das Lautertal-Eis vom Hof Bachmann in Hayingen-Indelhausen ist seit Jahren Kult!

Werner Gekeler aus Münsingen hat sich auf die Imkerei spezialisiert. Er bietet frischen Honig, Pollen, Wachs, Met, Kerzen. Gisela Werz aus St-Johann-Bleichstetten verkauft auf dem Gestütshof St. Johann ihr Holzofenbrot, Dosenwurst, Fruchtaufstriche, Honig, Ölsaaten und Liköre. Die Anfahrt lohnt sich allemal – eine landschaftlich sehr reizvolle Gegend am Albtrauf mit Zugang zu den Uracher Wasserfällen, Rutschenfelsen, Eppenzill und dem Fohlenhof St. Johann.

Andrea und Johannes Traub vom St.Josefsgut in Zwiefalten-Mörsingen sind spezialisiert auf den Anbau des Urgetreides Amaranth, mit Josefslädle, Online-Shop und gratis dazu: viele leckere Rezepte. S`Alblädle in Hohenstein-Oberstetten verkauft Wurst- und Fleischwaren aus der eigenen Metzgerei, Milchprodukte, Käse, Alblinsen, Nudeln, Rapsöl, Leinöl, Leindotteröl, Eier, Kartoffeln und Zwiebeln. Beim „Speidel“ in der gleichnamigen Gastwirtschaft in Hohenstein-Ödenwaldstetten gibt es eine eigene Schaubrauerei. Wobei das Thema Bier von „Zwiefalter“ über „Böhringer“ bis „Berg“ auf der Alb und in ihren Seitentälern sein eigens Musical spielt.

Ein ganz besonderer Genuss: Das berühmte Holzofenbrot von Bäckermeister Günther Weber aus der ehemaligen Kooperative Lorettohof in Zwiefalten-Sonderbuch. Dort gibt es auch Ziegenwurst, Ziegenfleisch, Ziegenmilch und Ziegenkäse aus der hofeigenen Käserei. Dazu Landschaft pur und eine beliebte Pilgerrast.

Im kleinen Lädle der Alb-Nudel-Manufakteur in St-Johann-Gächingen gibt es neben dem hausgemachten Nudelsortiment auch feine Liköre, Honig, schokolierte Früchte, Fleischbrüh- und Soßenpulver, Linsen, Reis, Essig und Öl.

Die Die finch® Whiskydestillerie in Heroldstatt mit ihrer „gläsernen“ Produktion hat jetzt erst ihren W:O:A BULLHEAD Single Malt Whisky vorgestellt. Eine 8-jährige Fan-Edition für alle, die „Wacken“ und Heavy Metal lieben – Horns up! Und ja, auch das gibt es: Christbaum-Business mit regionalen Wurzeln, bei Christbaum-Goller in St. Johann-Würtingen.

Viele Gastronomen in der Region stellen inzwischen ihre eigenen Brote und Backwaren her. Für den Hausgebrauch und für den Außerhaus-Verkauf. Bekannt dafür ist Köhler`s Krone in Dächingen mit eigenem Backhaus und Alb-Spezialitäten-Laden. Das Hefegebäck zergeht auf der Zunge! Die Münsinger Handwerks-Bäckerei Hoffmann hat vor Jahren das Backhaus in Hundersingen erworben und bäckt dort nach alter Tradition zünftige Älbler-Leckereien. Deftiges, selbstgemachtes Holzofenbrot jenseits der DIN-Norm erhält man auch in vielen Hofläden. Bevor auf der Alb die ersten Dorfbackhäuser entstanden sind hatten zumindest die größeren Gehöfte ihre eigenen Backhäuser. Das saftige Holzofenbrot hielt bis zu zwei Wochen.

Etwas ganz Besonderes ist der Obstbau im unteren Ermstal mit dem Obstbaumuseum in Metzingen-Glems.

Mostverkostungen, Deichselreiter-Parade und einem Einblick in eine kleinteilige Kultur an einem traumhaft schönen Fleck. Selbstverständlich gibt es im Örtchen auch einen Mostbesen und feine Liköre aus heimischen Früchten ab Hof. Dazu Rock und Blues vom Feinsten im Hirsch und den eigenen Stausee mit Hotel.

Recht räs war der Metzinger Wein, bevor die Weinmacher der Metzinger Hofsteige die Ernten ihrer Erzeuger zu gefragten Spitzenprodukt mit ausgeprägtem Charakter ausbauten. Eine sonnige Lage: das Anbaugebiet der „Tälesweine“ unterhalb der malerischen Burgruine Hohenneuffen. Mindestens genauso viel Feinsinn steckt in den limitierten Aperetif-Schumweinen aus dem ehemaligen Wasser-Hochbehälter der „Rosstrieb-Kellerei“ in Dettingen/Erms. Eine ambitionierte Privatinitiative in zweiter Generation. Die leckeren Produkte mit und ohne Alkohol und aus edlen, alten Obstsorten vertreibt das Bad Uracher Start-Up „kulinalb“.

Die Liste der Direktvermarkter im Landkreis Reutlingen ist auf der Homepage des Landratsamtes zu finden. Sie enthält jeweils Kontaktdaten, Homepage, Öffnungszeiten, Markttage und Lage der Betriebe.

Alb Genuss und Wirtshaus-Geschichten im Museumsdorf

Wer mehr zu alten Sorten und zum Leben im Albdorf zu Urgroßvaters Zeiten erfahren will, ist im herrlich gelegenen Freilichtmuseum in Beuren mit Tante-Helene-Lädle gut aufgehoben. Die Initiatoren bieten währende der Saison ein Feuerwerk an didaktischen Ausstellungen, Events und immer auch ein spannendes Mitmach-Programm. Live und mit der Nase direkt überm Kochtopf.

Alles andere gilt es zu entdecken. Bei Dorffesten, auf dem Wochenmarkt, bei Wanderungen und auch hier auf dem Blog.

Weitere Hinweise nehme ich gerne auf – kein Anspruch auf Vollständigkeit!